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Till Hartig, dijak na izmenjavi v Ljubljani

Till Hartig, Berlin, zur Zeit im Auslandsjahr in Ljubljana
 

"Dober dan, mein Name ist Till und ich mache seit Anfang September ein Auslandsschuljahr in Ljubljana. Als ich meinen Freunden in Deutschland vorher davon erzählte, konnten sie mich nicht wirklich verstehen, warum ich ausgerechnet nach Slowenien gehe. Oft wussten sie nicht wirklich wo Slowenien liegt, aber es war ihnen klar, dass es ein sehr kleines Land sein muss.
 Für mich ist Slowenien ideal. Ein Teil meiner Familie lebt in Ljubljana und ich war darum auch schon öfters bei ihnen zu Besuch. Auch kann ich mir vorstellen, später mal in Slowenien zu studieren oder ein Auslandssemester zu absolvieren.
 Um das Jahr vorzubereiten, haben meine Familie und ich eine Schule und ein Internat ausgesucht. Wir haben auf der Suche viel Unterstützung erhalten. Die slowenische Botschaft beriet uns, die angefragten Schulen zeigten sich sehr offen und meine Großeltern halfen sprachliche Hürden zu überwinden. Am Ende entschied ich mich für die Waldorfschule und das Internat Dijaški dom Poljane. Die Schule unterschied sich am meisten von meinem bisher besuchten Gymnasium in Berlin und die Lehrer sowie Schüler zeigen sich sehr aufgeschlossen. Allerdings fiel mir die Entscheidung sehr schwer, da uns alle so offen und herzlich empfangen haben.
 Im Sommer 2016, nach unserem Familienurlaub, bin ich dann Ende August mit meinen Eltern und meiner Schwester in Slowenien angekommen, habe das Internat bezogen und nach dem ersten Schultag ist meine Familie zurück nach Berlin gefahren. Der Abschied war natürlich nicht leicht, aber ich hatte auch große Vorfreude.
 In der Schule wurde ich nett empfangen und die Lehrer banden mich gut in den Unterricht ein, indem sie mir den Stoff auf Englisch erklärten oder Literatur auf Englisch gaben. Auch haben meine Freunde in der Klasse mir den Unterricht übersetzt. Es war anfangs aber gewöhnungsbedürftig, wenig zu verstehen, das wurde mit der Zeit besser. Slowenisch verstehen ging relativ schnell, Schwierigkeiten bereitet mir allerdings noch das Sprechen. Ehrlicher Weise muss ich sagen, dass ich gehofft habe, dass es etwas schneller geht, aber da hoffe ich auf das zweite Halbjahr.
 Sehr froh bin ich darüber, dass ich endlich mehr Kontakt zu meiner slowenischen Familie habe. Besonders freue ich mich über meinen zweijährigen Cousin, mit dem ich mich gut auf Slowenisch unterhalten kann. Wir verfügen wohl über einen ähnlichen Wortschatz und das motiviert mich. Sehr stolz bin ich, dass er meine Oma „Till-babi“ nennt. Auch die Ausflüge in die Berge mit meinen Großeltern und meiner Tante tun mir sehr gut.
 Dennoch muss ich sagen, dass Ljubljana für einen gebürtigen Berliner etwas klein ist und ich auch gelernt habe, meine Heimatstadt zu schätzen. Alles war so selbstverständlich und zeigt sich aus der Entfernung oft bedeutsamer. Dennoch ist Ljubljana extrem schön. Es ist gerade der erste Schnee gefallen und hat das Gesicht der Stadt verändert. Ich finde, dass gerade Ljubljana im Winter toll ist, weil man hier einfach am Wochenende Ski fahren kann. Das machen auch die meisten. Am Sport-Tag sind wir in der Schule alle einen Tag Abfahrtski gefahren, was in Berlin ja gar nicht möglich wäre.
 Eine interessante Beobachtung ist für mich, wie aufgeschlossen viele Slowenen gegenüber Deutschland sind. Zwar sind die Freunde meines Alters nicht sehr motiviert deutsch zu lernen, aber viele sagten mir, dass sie gerne in Deutschland leben würden. Das hätte ich vorher auch nicht gedacht.
 Ich lerne jetzt lieber weiter slowenisch und möchte mich herzlich bei meiner Slowenisch-Lehrerin Magdalena Novak bedanken, dass sie mir in Berlin schon etwas slowenisch gelehrt hat, manche Hausaufgabe hätte ich vielleicht ernster nehmen sollen. Aber auch bei der slowenischen Botschaft möchte ich mich bedanken, dass sie mich mit zahlreichen Empfehlungsschreiben und viel Beratung unterstützt hat.
 Und allen, die sich auch für einen längeren Aufenthalt in Slowenien interessieren, denen kann ich die Summer School in Bežigrad empfehlen. Dort kommen viele internationale Schüler für 14 Tage zusammen, um Slowenisch zu lernen. Man lernt Land und Leute gut kennen und erhält einen guten Eindruck."